Holzbackofenfundament Als bei der Umorganisation des Permakulturgartens viele Gehwegplatten und Ziegelsteine anfielen, beschloß ich als leidenschaftlicher Pizza- und Brotbäcker den Traum von einem eigenen Holzbackofen wahrzumachen. Die Gewegplatten wurden mit Zementmörtel versetzt zu einem sehr massiven Fundament angehäuft und dann die von Ziegelsteinen begrenzte Grundfläche mit Zement vermischtem Vermiculit zweck Isolation ausgegossen.
Holzbackofen Grundsteine Vogelperspektive Darauf ordnetet ich als Backfläche im Baumarkt erhältliche Schamottsteine von 5 cm Dicke an. Auf dieser erfolge der Aufbau des Kuppelgrundkreises und des inneren Einschubbogens. Dazu wurden auf einer Schablone aus Styropor die halbierten Ziegelsteine angeordnet und verputzt. Alle Arbeiten wurden mit einem aus Tonpulver und Sand selbstgemischten Lehmmörtel ausgeführt. Im Gegensatz zu normalen Mörtel ist dieser hitzebeständig und man braucht keinen teuren Schamottmörtel.
Holzbackofen halbe Kuppel Seitenansicht Der Aufbau der ersten vier Kreise erfolgte noch mit ganzen, der obere Kuppelbau dann mit halben Ziegelsteinen. Da alle Steine aus Beetbegrenzungen und Pflaster im Garten ihre Wiederwendung erfuhren, konnten auch Bruchstücke vollständig verwertet werden. Die zunehmende Neigung kann mittels Augenmaß und Zollstock angewendet werden, eine Schablone ist hier nicht unbedingt erforderlich.
Holzbackofen Innenbogenschluss Detail Der Anschluss an den inneren Einschubbogen verlangte etwas Erfindungsreichtum bei der Verwendung von kleinen Ziegelsteinbruchstücken. Dabei kommt es nicht so auf eine perfekte Form als eher auf eine ausreichende Stabilität an. In dem mir als einzig brauchbare Anleitung gefundenen frei herunterladbaren Dokument bei einem Pizzaofenbausatzhersteller ist dies viel aufwendiger beschrieben. Doch selbst mit meinen nur begrenzt vorhandenen handwerklichen Fähigkeiten konnte ich viele Baudetails vereinfachen
Holzbackofen Innenbogenschluss Vogelperspektive Für den Aufbau des Einschubbogen wird die selbe Schablone wie für den Innenbogen verwendet. Dabei ist der Kaminanschluss etwas knifflig und muss vorrübergehen gestützt werden, wenn man kein fertiges Kaminanschlusselement verwenden möchte. Wie man sieht, geht es aber auch ohne Fertigelemente, auch wenn der Einschubbereich dadurch etwas mächtig wirkt. Ein ausreichender Kamindurchlass ist aber neben der Kaminhöhe die wichtigste Vorraussetzung für eine guten Kaminzug. Bei dieser Bauart ist jedoch ein leichter Rauchverlust über die Vorderkante, besonders bei Rückenwind, nicht zu vermeiden.
Holzbackofen Dämmungsschale Vogelperspektive Die obere Kuppeldecke wird mit immer kleineren Ziegelstücken und viel Lehmmörtel problemlos geschlossen. Nach dem Bedecken der äußeren Bodenplatte mit Ziegeln wurde mit Kaninchendraht eine 20 cm dicke Dämmschicht aus mit Zement vermischtem Vermiculit aufgebracht. Es gibt auch die Variante mit Steinwolle, doch diese ist handwerklich aufwendiger.
Holzbackofen Außenschale Vogelperspektive So wurde auch auf eine Überdachung des Kuppelbaus verzichtet und statt dessen ein Zementmörtel aufgebracht, der durch den Kaninchendraht zusätzlich verstärkt wird.
Holzbackofen Innenansicht Pflaumenkucken Danach muss der Ofen erstmal eine Woche trocknen und dann vorsichtig mit mehreren kleinen Befeuerungen langsam an die für das Pizzabacken erforderlich große Hitze von mindestens 300 Grad Celsius gewöhnt werden.
Holzbackofen Frontansicht Fertig Wenn sehr trockenes Reisig und nicht zu voluminöses Holz verwendet wird kann das Aufheizen nach einer Dreiviertelstunde erledigt sein. Das erkennt man daran, dass der schwarze Ruß im Kuppelinneren wegbrennt und die Steine wieder sichtbar werden. In jedem Fall darf aber der Backraum nicht zu voll werden, da sonst sich die dem Kuppelbau eigene zirkuläre Luftströmung nicht entwickeln kann und ausreichende Sauerstoffzufuhr gewährleist. Das Pizzabacken erfolgt mit zur Seite geschobener Glut, die danach ausgeräumt und abgelöscht als Holzkohle verwendet werden kann. Mit der Resthitze ist noch das Backen von Brot oder - wie im Bild zu sehen - Kuchen möglich. Anschließend können noch langgarende Gerichte wie Pflaumenmus zubereitet und zum Schluss auch noch Kräuter oder ähnliches getrocknet werden. So wird die Hitze des verbrannten Holzes bestmöglich genutzt.
Mit einem wetterabweisenden Anstrich wird der Backofen auch ein dekorativer Blickfang.