Tomatenvielfalt Viele sprechen heute von Selbstversorgung, was auch auf erhöhte Ansprüche an die Qualität unserer Nahrungsmittel hinweist. Kaum jemand in Deutschland muss sich selbst versorgen weil er sich kein Essen leisten kann, denn die Preise sind hier so niedrig wie sonst nirgendwo. Aber die Begeisterung am selbst Angebauten zieht immer größere Kreise und zeigt sich auch in den Städten im Zuge der Urban Gardening Bewegung.


Nachtviole am Kartoffelbeet Wenn man den Aufwand mit einbezieht ist es viel bequemer, fertig geerntetes Gemüse zu kaufen. Aber erstens macht das Gärtnern auch Spaß und bringt Erfolgserlebnisse, zweitens weiß man genau, um welche Sorte es sich handelt und wie es gewachsen ist und drittens ist es so frisch und aromatisch, wie der Handel es nie liefern könnte.

Kartoffeln und Möhren Man muss es sich auch nicht so schwer machen und hundertprozentige Selbstversorgung anstreben. Eine Beschränkung auf Weniges, was man besonders mag und einfach und umweltverträglich anzubauen ist, ist doch nichts Schlimmes. Eventuell besteht ja die Möglichkeit, sich mit anderen Gemüsegärtnern auszutauschen. Am Anfang kann jedoch vieles ausprobiert werden, um herauszufinden was einem besonders liegt und gut im individuellen Garten wächst.

Borlotti Feinschmeckerbohnen Davon abgesehen sollen zwei besonders lohnenswerte Gemüsesorten hier kurz vorgestellt werden:
Kartoffeln sind in vielerlei Hinsicht besonders zu Beginn einer Gemüsekultur sinnvoll. Sie treiben zuverlässig auch in weniger gereiften, noch nicht ermüdeten Böden aus und hinterlassen nach der Ernte einen lockeren Boden. Mit Frühkartoffeln kann man ab Juli eine Nachfrucht wie Grünkohl oder Poree auf die freigewordenen Beete pflanzen. Wenn man nicht mit dem Auto einkaufen möchte, ist die Gewichtersparniss der einzukaufenden Lebensmittel auch ein Argument. Und nicht zuletzt lassen sich Kartoffeln im kühlen Keller, Garage oder einem Erdloch lange lagern. Selbstversorgersalat Nicoise Durch die Krautfäule können Kartoffeln nur alle drei Jahre sinnvoll am gleichen Standort angebaut werden. Da sie relativ nährstoffbedürftig sind, empfiehlt sich neben Düngung der Anbau von Bohnen oder Erbsen im Vorjahr. Kartoffeln liefern durch ihre Zusammensetzung viel gesündere Kohlenhydrate als z. B. Getreide, welches im Garten oder gar in Kübeln nur sehr schwierig anzubauen und zu ernten ist. Die Palette der Gerichte ist fast unendlich: Kartoffelsalat, -pürre, -puffer -klöße, -gratin, Brat-, Pell-, Folien-, Salzkartoffeln usw.

Erntekorb Blauhilde Bohnen sind durch ihre großen Samen mit vielen Speicherstoffen ebenfalls sehr sicher in der Direktsaat und damit arbeitssparend. Man kann sich zwischen Buschbohnen und Stangenbohnen entscheiden. Letztere machen durch die erforderlichen Kletterhilfen etwas mehr Arbeit, können aber ohne sich zu bücken leichter geerntet werden und verbrauchen weniger Platz. Bohnenschoten lassen sich durch milchsaure Gärung gut in Twistoffgläsern konservieren. Milchsaure Konserven Die Kerne können dagegen an der Pflanze trocknen und sind dann lange haltbar. Bohnen sind im Gegensatz zu anderem Gemüse sehr reich an Eiweiß - besonders die Kerne - und daher wichtig für eine ausgeglichene Ernährung. Als Schmetterlingsblüter fixieren sie in ihren Wurzelknöllchen mit Hilfe von Bakterien Stickstoff und werden in der Fruchtfolge also sinnvoll im Jahr vor den Starkzehrern eingesetzt. Bohnen können in jeglichen Gerichten sehr vielseitig als Salat, Eintopf und Beilage verwendet werden.


Wildblumenstreifen vor Bohnen Der Begriff Permakultur entstand aus den englischen Worten für dauerhafte Landwirtschaft, wobei die hier vorgestellte bewährte Methode des langfristigen Fruchtwechsels m. E. auch zu einer nachhaltigen und dauerhaften Nutzung gehört. Gerade das jährliche Ernten schafft immer wieder neuen Lebensraum für konkurrenzschwache und in unserer heutigen Landschaft selten gewordene Wildkräuter. Durch gezieltes Jäten können diese an den Rändern der Beete und auch in Lücken der Gemüsepflanzen gefördert werden. Mohn im Nacktgerstenfeld So sorgen sie für eine Vielzahl von Nützlingen und führen damit im Vergleich mit Monokulturen zu einer Verminderung des Schädlingsdrucks. Beerensträucher, Obstbäume und z.B. Spargel stellen dagegen langfristigere Kulturen dar und können optimal mit einjährigen Kulturen kombiniert werden.